Standup-Meetings in agilen Teams

So entlarvst du mit Standup-Meetings Blocker und stärkst dein agiles Team

Dan Radigan Dan Radigan

Standup-Meetings gehören zu den grundlegenden Bestandteilen der agilen Entwicklung und werden sehr häufig missverstanden. Seien wir ehrlich: Standup-Meetings alleine machen dein Team nicht agil. Sie sind nicht dafür gedacht, Egos zu streicheln oder Funktionsbeschreibungen zu rechtfertigen. In ihnen soll nicht geplant werden, dafür gibt es die Sprintplanung. Sie bieten auch nicht die einzige Gelegenheit zum Erwähnen von Blockern. Wenn du nicht weiterkommst, dann bitte um Hilfe!

In diesem Artikel besprechen wir, wie mit Blockern effektiv umgegangen wird, und verraten dir weitere tolle Tipps und Tricks aus dem Alltag bei Atlassian. Wir möchten dir dabei helfen, dass deine Standup-Meetings (und dein gesamtes agiles Programm) zum Erfolg werden.

Was ist ein Standup-Meeting in Scrum?

In vielen Sportarten wie z. B. American Football und Rugby versammelt sich das Team vor jedem Spiel in einem Kreis und steckt die Köpfe zusammen. Dahinter steckt eine Strategie: Das Team ist während des gesamten Spiels gut informiert, miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt. In Softwareteams übernimmt das Standup-Meeting dieselbe Funktion. Es wird häufig auch als tägliches Scrum bezeichnet und es bestärkt das "Wir"-Gefühl, damit alle sich jederzeit der Teamzusammensetzung auf persönlicher Ebene bewusst sind und Bescheid wissen, wie es um den gemeinsamen Fortschritt steht.

Anders ausgedrückt ist ein Standup ein tägliches Meeting des Kernteams: Product Owner, Entwickler und Scrum Master. Jedes Team gestaltet dieses Meeting individuell, aber bei Atlassian strukturieren wir es anhand drei einfacher Fragen:

  • Woran habe ich gestern gearbeitet?

  • Woran arbeite ich heute?

  • Welche Issues behindern mich?

Diese Fragen beleuchten den Fortschritt und helfen dem Team Blocker zu hervorzuheben. Darüber hinaus wird der Teamgeist gestärkt, wenn alle über ihren Fortschritt bei ihrem Beitrag für das Team berichten. Die tägliche Bestärkung durch das Teilen persönlicher Erfolge und Pläne hält im Team die Begeisterung für dessen Beitrag am Unternehmenserfolg aufrecht.

Jeder Teilnehmer sollte bereits wissen, was er sagen möchte, wenn er in das tägliche Standup-Meeting hineingeht. Auf diese Weise bleibt der Energiepegel des Standup-Meetings auf einem hohen Niveau und alle nehmen aktiv teil. Bei Atlassian nutzen die Teammitglieder die Schnellsuche der Jira-Boards, um zu ihren Projekten auf dem Laufenden zu bleiben. Zwei großartige Filter, die bei der Vorbereitung auf Standups genutzt werden können, sind "Nur meine Issues" und "Kürzlich aktualisiert". Wenn diese beiden Filter in Kombination genutzt werden, werden die dir zugewiesenen Issues angezeigt, die innerhalb des vorangegangenen Tages aktualisiert wurden.

Die Verwendung der Schnellsuche auf den Jira Agile-Boards
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Eine gerne verwendete benutzerdefinierte Anpassung des "Nur meine Issues"-Filters ist das Hinzufügen des Teilnehmerfeldes aus dem Jira Toolkit Add-on. Auf diese Weise werden alle Issues, die du angefasst hast, anstatt nur die dir zugewiesenen Issues angezeigt. Die JQL für diesen Filter lautet folgendermaßen:

 assignee = currentuser() or participants in (currentuser()) 

Standup-Meetings bei Atlassian

Für Standup-Meetings gibt es keine pauschale Vorgehensweise für alle Teams. Bei Atlassian hat jedes Team sein individuelles Standup-Meeting, um alle Teammitglieder einzubinden und ihr Engagement aufrechtzuerhalten. Keine zwei Meetings gleichen sich.

Sehen wir uns ein wenig genauer an, was ein gutes Standup-Meeting ausmacht und werfen wir einen Blick auf einige Beispiele von unseren Teams.

  1. Wähle eine Zeit, die für alle passt: Bei Atlassian finden die meisten Standup-Meetings zwischen 9 und 10 Uhr morgens statt. So haben alle Zeit, sich in den Arbeitstag einzufinden und nicht alle Teammitglieder müssen Frühaufsteher sein. Wenn die Teams über verschiedene Zeitzonen verteilt sind, versuche eine Zeit zu finden, die für jeden passt. Das Jira Service Desk-Team ist verteilt auf San Francisco und Sydney. Das Standup dieses Teams findet um 15:30 Uhr der Ortszeit von San Francisco statt. Ein Standup-Meeting am Nachmittag ist natürlich eher ungewöhnlich, aber es ist eine gute Möglichkeit mit den Kollegen in Sydney in Kontakt zu bleiben.

  2. Halte die Standups effizient: Viele Teams bei Atlassian nutzen einen (unverbindlichen) Timer, damit niemand abschweift und das Standup-Meeting effizient bleibt. Wechselt euch beim Zeitstoppen ab, damit jeder Verantwortung übernimmt und sich eingebunden fühlt. Begrenze die Dauer der Standup-Meetings auf maximal 15 Minuten. Dein Team ist eher klein? Dann solltest du sie sogar noch kürzer halten.

  3. Werft euch gegenseitig einen Ball zu: Das Jira-Team wirft einen Beachball zwischen den Teammitgliedern hin und her, damit alle aktiv bleiben. Niemand kann den Ball jemandem zuwerfen, der direkt neben ihm steht, oder jemandem, der ihn schon vorher hatte. Dadurch schaltet kein Teammitglied gedanklich ab! Wenn du diese Technik noch nicht ausprobiert hast – sie ist wirklich gut, um alle einzubeziehen.

  4. Mache die Standup-Meetings zum Gegenstand der Teamretrospektiven: Standups sind in vielen agilen Teams ein fester Bestandteil. Dies heißt jedoch nicht, dass das Team nicht in Retrospektiven die Effektivität dieser Meetings besprechen kann. Einige Atlassian-Teams halten täglich Meetings ab. Andere wiederum haben drei Meetings pro Woche. Das Jira-Team bespricht regelmäßig in Retrospektiven, wie die Standups für das Team optimiert werden können. Wenn das Team in den Meetings keinen Nutzen sieht, solltet ihr besprechen, warum dies so ist. Nehmt Änderungen vor! Auch Standups sind agil!

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Ein paar Atlassian-Teams integrieren Crontabs, Pandora und das Jira Wallboard in ihre Meetings. Crontabs lädt 15 Sekunden vor Beginn des Standups Pandora (und die Lieblingsmusik des Teams), um das Team aufmerksam zu machen und pünktlich anzufangen. Am Wallboard des Teams werden alle blockierten Issues hervorgehoben, um die sich das Team an diesem Tag kümmern muss.

Stride und Standup-Meetings in internationalen Teams

Bei Atlassian sind die Teammitglieder auf der ganzen Welt verteilt: Sie arbeiten in einer unserer 12 Niederlassungen oder remote. Wir nutzen Stride, um alle über die verschiedenen Standorte hinweg miteinander zu verbinden. Jedes Team bei Atlassian verfügt über einen Teamraum, in dem alle Teammitglieder miteinander in Kontakt bleiben. Eines der Features von Stride ist die Integration externer Services, die Routineprozesse automatisieren (Bots). Wir verwenden in unseren Gruppenchaträumen jeden Tag Standup Bot, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und die Arbeit weiter voranzutreiben. 

Standup Bot

Standup Bot in Stride erleichtert das Berichten und das Abrufen von Status für Standup-Meetings, insbesondere für Teams in verschiedenen Zeitzonen. Genau genommen hat Atlassian diesen Bot für Stride entwickelt, da asynchrone Standup-Meetings für die meisten Teams zum Alltag gehören.

Besorge dir Standup Bot auf dem Atlassian-Marketplace und füge es jedem Stride-Raum oder -Chat hinzu.

Festlegen der Standup-Termine in Stride

Standup Bot hilft sowohl Teams an einem einzigen gemeinsamen Ort als auch geografisch verteilten Teams dabei, in Verbindung und produktiv zu bleiben. Und so funktioniert es:

Stelle eine wiederkehrende Zeit für das Standup-Meeting deines Teams ein

Lade Standup Bot in deine Stride-Räume ein und konfiguriere die Zeit und das Intervall deiner Standups. Wenn die Zeit für das Standup-Meeting gekommen ist, erinnert Standup Bot alle Teammitglieder daran, ihre Berichte einzureichen.

Festlegen der Standup-Termine in Stride

Behalte den Überblick über den Status deiner Teammitglieder

In der rechten Seitenleiste deines Raums werden Details zum Standup angezeigt und du kannst dort mühelos deinen Bericht einreichen. Du siehst, wer seinen Bericht eingereicht hat, wer blockiert ist und wessen Berichte noch fehlen.

Zeige den Verlauf deiner Standup-Berichte an

Wenn du durch deine früheren Standup-Berichte navigierst, erhältst du einen detaillierteren Einblick in die Performance der Teammitglieder und den Fortschritt des Projekts.