Scrum ist eins der beliebtesten Frameworks für die Implementierung agiler Methoden. So beliebt, dass viele tatsächlich glauben, dass Scrum und agile Methoden ein und dasselbe sind. (Was sie nicht sind.) Es gibt viele Frameworks für die Implementierung agiler Methoden, zum Beispiel Kanban, aber Scrum ist einzigartig aufgrund seines Fokus auf kurze Iterationen von Aufgaben. 

Was ist so besonders an Scrum?

Mit Scrum wird das Produkt in einer Reihe von Iterationen mit fester Länge entwickelt, die als Sprints bezeichnet werden und Teams ein Framework für die Auslieferung von Software in einem regelmäßigen Rhythmus geben. Meilensteine, d. h. das Ende eines Sprints – werden häufig erreicht und lassen den Fortschritt mit jedem Zyklus greifbar werden, was mehr Fokussierung und Energie für alle Beteiligten bedeutet. ("Continuous Inspiration" ist super!) Kurze Iterationen verstärken auch die Bedeutung einer guten Schätzung und eines schnellen Feedbacks nach Tests – beides wiederkehrende Probleme bei Projekten nach dem Wasserfallmodell.

Scrum basiert auf vier Ritualen, die jeden Sprint strukturieren:

  • Sprint-Planung: Planungsmeeting eines Teams zur Bestimmung der Aufgaben, die im bevorstehenden Sprint abzuschließen sind
  • Tägliches Stand-up-Meeting: 15-minütiges Kurzmeeting, auch als tägliches Scrum bekannt, um sich im Softwareteam untereinander abzustimmen
  • Sprint-Demo: Meeting, in dem das Team sich gegenseitig präsentiert, was in diesem Sprint ausgeliefert wurde.
  • Sprint-Retrospektive: Rückblick darüber, was gut lief, was nicht und was beim nächsten Sprint verbessert werden sollte

Während eines Sprints sind für das Team und andere Betrachter sichtbare visuelle Artefakte wie Task-Boards und Burndown-Charts eine wirkungsvolle Motivation. Sie zeigen: "Das haben wir geschafft!". Ebenso motivierend ist die Möglichkeit, neue Arbeiten bei der Sprint-Demo zu präsentieren. Das konsistente, inkrementelle Feedback, das das Team auf solchen Demovorführungen von Stakeholdern bekommt, ist ein wirkungsvolles Mittel für die Produktentwicklung.

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Gut ausgeführte Scrum-Methoden – das heißt, kein "Wasserfallmodell mit Stand-up-Meetings" – kann die Teamproduktivität und -moral sowie den Produktentwicklungsprozess als Ganzes enorm verbessern. 

Drei wesentliche Rollen für den Erfolg von Scrum

Ein Scrum-Team ist etwas anders zusammengesetzt als ein herkömmliches Wasserfallprojekt und besteht aus drei spezifischen Rollen: Product Owner, Scrum Master und Entwicklerteam. Und da Scrum-Teams funktionsübergreifend sind, umfasst das "Entwicklerteam" neben den Entwicklern auch Tester, Designer und Betriebstechniker. 

Der Product Owner

Product Owner sind die Verfechter ihres Produkts. Sie konzentrieren sich darauf, Unternehmens- und Marktanforderungen zu verstehen und dann die für das Entwicklungsteam anstehenden Arbeiten entsprechend zu priorisieren. Effektive Product Owner haben die folgenden Aufgaben:

  • Entwickeln und Verwalten des Produkt-Backlogs
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und dem Team, um sicherzustellen, dass alle die Aufgabenelemente im Produkt-Backlog verstehen
  • Klare Anweisungen an das Team, welche Features als Nächstes ausgeliefert werden sollen
  • Entscheidung, wann das Produkt ausgeliefert wird, wobei die Tendenz zu einer häufigeren Auslieferung gehen sollte 

Denke daran, dass ein Product Owner kein Projektmanager ist. Product Owner managen nicht den Status des Programms. Sie stellen sicher, dass das Entwicklungsteam den größten Wert für das Unternehmen bietet. Außerdem sollte der Product Owner unbedingt eine Einzelperson sein. Kein Entwicklungsteam braucht unterschiedliche Anweisungen von mehreren Product Ownern. 

Der Scrum Master

Scrum Master sind die Verfechter von Scrum in ihrem Team. Sie coachen das Team, den Product Owner und das Unternehmen in Bezug auf den Scrum-Prozess und suchen nach Wegen, dessen Umsetzung abzustimmen. Ein effektiver Scrum Master hat ein tiefgehendes Verständnis für die vom Team ausgeführten Aufgaben und kann dem Team helfen, den Auslieferungsfluss zu optimieren. Als Chefvermittler plant er die erforderlichen Ressourcen (sowohl Personal als auch Logistik) für die Sprint-Planung, die Stand-up-Meetings, den Sprint-Review und die Sprint-Retrospektive.

Scrum Master räumen außerdem Hindernisse und Ablenkungen für das Entwicklungsteam aus dem Weg und isolieren das Team wann immer möglich vor externen Unterbrechungen.

Ein Teil der Aufgaben des Scrum Masters besteht darin, ein typisches Anti-Muster in Teams zu vermeiden, die Scrum neu einsetzen: die Änderung des Sprint-Umfangs, nachdem dieser bereits begonnen hat. Product Owner fragen manchmal, ob nicht die eine extrem wichtige Sache noch in diesen Sprint aufgenommen werden kann. Aber das hermetische Verschließen des Umfangs unterstützt eine gute Schätzung und Produktplanung – ganz zu schweigen davon, dass sie eine Quelle der Ablenkung vom Entwicklungsteam fernhält.

Scrum Master werden oft fälschlicherweise für Projektmanager gehalten, obwohl Projektmanager tatsächlich keinen wirklichen Platz in den Scrum-Methoden haben. Ein Scrum-Team nimmt sein Schicksal selbst in die Hand und organisiert sich selbst rund um die anstehenden Aufgaben. Agile Teams nutzen Pull-Modelle, bei denen das Team eine bestimmte Menge an Aufgaben aus dem Backlog zieht und sich verpflichtet, diese in diesem Sprint abzuschließen. Das ist eine sehr effektive Vorgehensweise, um die Qualität aufrechtzuerhalten und langfristig eine optimale Performance des Teams zu sichern. Weder Scrum Master noch Projektmanager oder Product Owner vergeben Arbeit an das Team (was im Gegenteil oft sowohl Qualität als auch Moral untergräbt).
 

Das Scrum-Team

Scrum-Teams sind die Verfechter nachhaltiger Entwicklungsverfahren. Die effektivsten Scrum-Teams sind eng verknüpft, arbeiten an einem gemeinsamen Standort und haben für gewöhnlich 5 bis 7 Mitglieder. Teammitglieder verfügen über unterschiedliche Kompetenzen und schulen einander übergreifend, sodass niemand zu einem Engpass bei der Auslieferung der Arbeit werden kann. Erfolgreiche Scrum-Teams gehen ihr Projekt mit einer klaren "Wir"-Haltung an. Alle Mitglieder des Teams unterstützen sich gegenseitig, um einen erfolgreichen Scrum-Abschluss sicherzustellen.

Wie bereits erwähnt, steuert das Scrum-Team die Planung für jeden Sprint. Die Mitglieder prognostizieren, wie viel Arbeit sie ihrer Meinung nach im Verlauf der Iteration abschließen können, basierend auf ihrer bisherigen Velocity. Eine feste Länge der Iteration gibt dem Entwicklungsteam wichtiges Feedback zum Schätzungs- und Auslieferungsprozess, was wiederum die Prognosen über die Zeit zunehmend präzisiert. 

Aber halt, es gibt noch mehr!

Gut, jetzt hast du einen Überblick. Aber die Philosophie von Scrum und die Mitglieder eines Scrum-Teams zu verstehen, ist nur die halbe Miete. Lies weiter, um zu erfahren, wie Scrum-Teammitglieder mithilfe von gemeinsamen agilen Ritualen zusammenarbeiten und wie das Team in einem agilen Programm Arbeit zurück an das Unternehmen ausliefert. 

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