Epics, Storys, Themes und Initiativen

Anhand dieser einfachen Strukturen können agile Teams auf elegante Weise den Arbeitsumfang verwalten und Aufgaben strukturieren.

Max Rehkopf Max Rehkopf

Nehmen wir an, du und dein Team planen ein ehrgeiziges Projekt: Ihr möchtet eine Rakete ins Weltall schicken. Hierfür müsst ihr eure Arbeit strukturieren – von den größten Zielen bis hinunter zu den kleinsten Details. Dabei musst du in der Lage sein, auf Änderungen zu reagieren, deinen Fortschritt zu berichten und dich an deinen Plan zu halten. Epics, Storys, Themes und Initiativen sind genau die Tools, die du hierfür benötigst.

Wenn du verstanden hast, wie diese beliebten agilen Strukturelemente bei der Organisation von Aufgaben helfen, erreicht dein Team ein gesundes Gleichgewicht von Struktur, Flexibilität und einem Raketenstart.

Was sind Storys, Epics, Initiativen und Themes?

  • Storys, auch User Storys genannt, sind aus der Perspektive eines Endbenutzers formulierte kurze Anforderungen oder Anfragen.
  • Epics sind größere Aufgabeneinheiten, die in mehrere kleinere Aufgaben (namens Storys) unterteilt werden können.
  • Initiativen sind eine Gruppe von Epics, die ein gemeinsames Ziel verfolgen.
  • Themes sind große Schwerpunktbereiche, die das gesamte Unternehmen betreffen.
Agile Epics vs. Storys vs. Themes | Atlassian Agile Coach

Agile Epics vs. Storys

In gewisser Weise ähneln Storys und Epics in Agile Geschichten und Epen in Film und Literatur. Eine Geschichte ist eine einfache Erzählung, während eine Reihe von zusammengehörigen und voneinander abhängigen Geschichten ein Epos bilden. Dasselbe Prinzip gilt auch für dein Aufgabenmanagement. Dort führt die Fertigstellung zusammengehörigen Storys zur Fertigstellung eines Epic. In den Storys sind die einzelnen abgeschlossenen Aufgaben sichtbar, die Epics dagegen bieten eine übergeordnete Ansicht des gemeinsamen Ziels.

Storys können in einem agilen Team in einem ein- bis zweiwöchigen Sprint abgeschlossen werden. Oft arbeiten die Entwickler jeden Monat an Dutzenden Storys. Epics dagegen sind weniger zahlreich und benötigen mehr Zeit bis zum Abschluss. Meistens nehmen sich die Teams pro Quartal den Abschluss von zwei bis drei Epics vor.

Wenn dein Unternehmen Raketen ins All schicken würde und seinen Streaming-Service für die Starts verbessern wollte, könntest du deine Storys wie im Folgenden beschrieben strukturieren.

Beispiele agiler Storys:

  • iPhone-Benutzer benötigen in der mobilen App eine vertikale Ansicht des Live-Feeds.
  • Desktop-Benutzer benötigen unten rechts im Videoplayer eine Schaltfläche zum Umschalten in die Vollbildanzeige.
  • Android-Benutzer benötigen einen Link zum Apple Store.

Die obigen Storys sind alle miteinander verbunden und könnten als individuelle Aufgaben angesehen werden, die auf den Abschluss einer größeren Arbeitseinheit (eines Epics) abzielen. In diesem Beispiel könnte das Epic lauten: "Verbesserung des Streaming-Service für den Start im ersten Quartal".

Die Einordnung von Aufgaben in Storys und Epics sorgt darüber hinaus für eine effektive Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Wenn du dem Head of Engineering vom Fortschritt deines Teams berichtest, sind die Epics von Interesse. Wenn du aber mit einem Kollegen aus deinem Entwicklerteam sprichst, kommunizierst du auf Story-Ebene.

Vollständige Definitionen, Beispiele und Best Practices findest du hier:

Agile Epics vs. Initiativen

Genauso wie Epics aus Storys bestehen, werden Initiativen aus Epics gebildet. Initiativen stellen eine weitere, den Epics übergeordnete Ordnungsebene dar. In vielen Fällen umfasst eine Initiative Epics von mehreren Teams und verfolgt ein sehr viel weiter gefasstes, größeres Ziel als die Epics selbst. Während du ein Epic normalerweise in einem Monat oder einem Vierteljahr abschließen kannst, werden für den Abschluss von Initiativen mehrere Quartale bis zu einem ganzen Jahr benötigt.

Beispiele für User Storys | Atlassian Agile Coach

Beispiel von Epics in einer Initiative:

Nehmen wir an, dein Raketenunternehmen möchte dieses Jahr die Kosten pro Start um 5 % senken. Dieses Vorhaben eignet sich gut für eine Initiative, da das Ziel sicherlich nicht in einem einzigen Epic zu erreichen ist. Diese Initiative würde Epics wie "Senkung des Treibstoffverbrauchs während des Starts um 1 %", "Starts pro Quartal von 3 auf 4 erhöhen" und "Herunterdrehen aller Thermostate von 22 auf 20 Grad" enthalten.

Bei Atlassian:

Intern nennen wir unsere Initiativen "PC-Tickets". Project Central Tickets werden in Jira Software genau wie unsere Epics konfiguriert. Jedes Team erstellt jeweils ein PC-Ticket für seine vier oder fünf wichtigsten Ziele des Jahres. Diese PC-Tickets werden von den Unternehmensgründern und dem Management zum Verständnis der gesamten laufenden Arbeit im Unternehmen genutzt.

Initiativen vs. Themes

In vielen Unternehmen ermutigen die Gründer und das Managementteam die Mitarbeiter zum Verfolgen eines ambitionierten Ziels. Dabei handelt es sich um die (manchmal extrem abgedroschenen) Ziele, die jedes Jahr oder Quartal angekündigt werden. Diese verfolgst du mit Themes.

  • Initiativen bestehen aus einer Reihe von Epics.
  • Themes sind Labels, mit denen Ziele der höchsten Ebene des Unternehmens verfolgt werden.

Initiativen sind strukturell konzipiert. Sie beinhalten Epics und der Abschluss dieser Epics führt zum Abschluss der Initiative. Themes sind ein organisatorisches Tool, mit dem du Backlog-Elemente, Epics und Initiativen mit Labels versehen kannst, um zu verdeutlichen, welche Aufgaben zu welchen Unternehmenszielen beitragen. Themes sollten zur Erstellung von Epics und Initiativen inspirieren, aber lassen sich nicht starr eins zu eins übertragen. Ein Theme für ein Raketenunternehmen wäre z. B. "Sicherheit an erster Stelle".

So sehen Themes in Portfolio for Jira aus:

Beispiel eines Sprints | Atlassian Agile Coach

Bei Atlassian:

Eines unserer Themes dieses Jahr ist "Offenes Arbeiten". Dies ist unser Vorstoß in Richtung mehr Transparenz – intern und extern. Mein Team arbeitet an diesem Theme, indem es eine öffentliche Retrospektive zu Agile abhält. Wir bitten Softwareentwickler, über ihre Erfahrung mit der agilen Entwicklung nachzudenken und auf Twitter Feedback unter dem Hashtag #RetroOnAgile zu veröffentlichen. Wir haben hierfür ein Epic als dreimonatige Kampagne erstellt und haben das Epic mit dem Label "Offenes Arbeiten" versehen.

Strukturierung deiner Aufgaben:

Agile und Struktur schließen sich nicht gegenseitig aus und die hier vorgestellte Struktur wird nicht pauschal für alle passen. Das agile Prinzip ist dann erfolgreich umgesetzt, wenn du und dein Team diese Konzepte verstehen und sie an eure Anforderungen anpasst. Und für uns eignen sich eben Storys, Epics, Initiativen und Themes. Du kannst beginnen, indem du lernst, wie man Epics in Jira Software erstellt. 

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